Schwaben jetzt oder nie! - 22. November 2006

So ist der heutige Themenabend im Stadtarchiv überschrieben. Dr. Martina Steber wird über bayerisch-schwäbische Debatten um die Gestalt unserer Region in der Weimarer Republik und im Dritten Reich sprechen. Vor allem geht Dr. Steber in ihrem Vortrag auf die Funktion des Regionalen in Demokratie und Diktatur nach - spannend!

In diesen Revolutionswirren des Frühjahrs 1919 sah man im bayerischen Schwaben die Zeit gekommen, endlich großschwäbische Träume zu realisieren. „Schwaben jetzt oder nie” hieß die Losung fürs „Reichsland Schwaben” im neu zu gründenden Deutschen Reich. Auch wenn sich die Hoffnungen zerschlugen und die Unterstützung für die Pläne mit der Konsolidierung der Weimarer Republik abebbte, so blieb der Gedanke dennoch lebendig und meldete sich insbesondere in den Krisenjahren am Ende der Republik lautstark zu Wort. Zumindest die Unabhängigkeit von München schien mit der Etablierung des nationalsozialistischen Gaues Schwaben verwirklicht. Was dann im Zuge dieser illusorischen Vorstellungen indes im Kern verhandelt wurde, war die Gestalt der Region Bayerisch-Schwaben.


Dr. Martina Steber hat an der Uni Augsburg und in Cambridge Geschichte, Germanistik und Katholische Theologie studiert. Promoviert hat sie am Augsburger Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte zum Thema bayerisch-schwäbische Selbstthematisierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Stadtarchiv, Fuggerstraße 12.