Wer profitiert? - 18. September 2006

Jeder von uns zahlt im Schnitt jährlich 100 Euro an Steuern, die als EU-Agrarsubventionen ausgeschüttet werden. Was aber passiert eigentlich mit diesem Geld? In Deutschland gibt es keine öffentlichen Informationen. Dabei hat die EU-Kommission eine Transparenzinitiative gestartet. Die Kampagne „Wer profitiert?” macht Druck - Sie auch?

Dass die EU-Agrarpolitik jährlich mehr als 40 Milliarden Euro verschlingt, ist vielen bekannt. Unklar bleibt dagegen, wofür welche Unternehmen und landwirtschaftlichen Betriebe wie viel Agrarsubventionen erhalten. Das soll sich jetzt ändern! In der „Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen” haben sich 30 NGOs zusammengeschlossen, um mit Nachdruck die Veröffentlichung der Verteilung der Agrargelder einzufordern.


Gemäß den letzten verfügbaren Zahlen bekommen in Deutschland 0,5 Prozent aller Betriebe jeweils mehr als 300.000 Euro, während 70 Prozent der Betriebe jeweils bis zu 10.000 Euro erhalten. Das Gros der Gelder ist aber nicht an wirksame soziale und ökologische Kriterien gekoppelt. Einige rationalisierte flächenstarke Betriebe kommen auf Prämienzahlungen von bis zu 120.000 Euro je Arbeitskraft, während der Durchschnitt der Betriebe weniger als ein Zehntel davon je Arbeitskraft erhält. Diese Verteilung der Gelder bringt mehr Verlierer als Gewinner mit sich. Verlierer sind kleinere Betriebe, die täglich ums Überleben kämpfen, die Umwelt, die unter den Folgen der Intensivlandwirtschaft leidet und gerade die Kleinbauern in den so genannten Entwicklungsländern, die mit den billigen, subventionierten Lebensmitteln aus der EU nicht konkurrieren können.


Wer profitiert? Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen


Die Prämien müssen an den sozialen und ökologischen Nutzen für die Gesellschaft gebunden werden. Genau darauf zielt die Initiative ab, wenn sie die Offenlegung der Verwendung von EU-Agrarsubventionen fordert. Die „Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen” setzt sich für eine Wende in der Förderpolitik ein hin zu einer sozial gerechten, bäuerlichen, regionalen, ökologisch verträglichen und tiergerechten Landwirtschaft.


Der Steuerzahler finanziert rund sechs Milliarden Euro an EU-Agrarsubventionen, die jährlich in Deutschland ausgegeben werden, ohne je zu erfahren, wer in welcher Höhe davon denn profitiert. Im Rahmen der Transparenzinitiative fordern die NGOs die Bundesregierung auf, die Offenlegungs-Vorschläge der Kommission zu unterstützen und Subventionen an soziale, ökologische und tierschutzrelevante Kriterien zu binden. Machen Sie mit! Auch Ihre Stimme zählt! Werden Sie aktiv. Fordern Sie Wirtschaftsminister Glos und Landwirtschaftsminister Seehofer auf, für Durchblick zu sorgen. Unterstützen Sie die Postkartenaktion und schicken eine vorbereitete E-Card ab.