Augsburg macht den Mozart - 27. Januar 2006

Heute Abend, 20 Uhr, sind es genau 250 Jahre her, dass der kleine Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus das Licht der Welt in Salzburg erblickte. Die Rede ist von Wolfgang Amadé Mozart, diesem Wunderkind und zeitlosen Superstar. Und für die „vatterstadt” seines „papas” bedeutet das: Augsburg feiert ein Jahr lang seinen genialen Enkel.

Heute nahm das Mozartjahr seinen feierlichen nationalen Auftakt mit einem großen Festakt im Goldenen Saal des Rathauses. Augsburg darf sich übrigens als die einzige deutsche Stadt Mozartstadt nennen. Es ist ein echtes Privileg neben Salzburg und Wien, die heute ebenfalls mit großen Festveranstaltungen das Mozartjahr einläuteten.


Der heutige Festakt bei uns wurde vom Bayerischen Fernsehen und Hörfunk live übertragen. Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber eröffnete den Festakt, zu dem die Stadt Augsburg und die Deutsche Mozart-Gesellschaft eingeladen hatten. Zur Feier von Wolfgang Amadé Mozarts 250. Geburtstag intonierte die junge lettische Starsopranistin Elina Garanca vier Liebesarien Mozarts. Sie wurde begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Leitung des britischen Dirigenten Harry Bicket. Den Vortrag zur Eröffnung des Mozartjahres hielt Professor Ulrich Konrad. Dieser international renommierte Mozartkenner und Leibniz-Preisträger ist ebenso Mitglied des Kuratoriums der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg.


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Wer war dieser Mozart? Wer ist Mozart heute? Spiegeln sich in den verschiedenen epochalen Mozartwahrnehmungen nicht vor allem die Zeiten, aus denen sie stammen? Das Phänomen Mozart bleibe bis heute ein „Geheimnis ohne Auflösung”, so der Titel des Festvortrages von Professor Konrad, der seine Zuhörer zum weiteren „Staunen über Wolfgang Amadé Mozart” einlud. „Die unbegreiflichen künstlerischen Fähigkeiten des Musikgenies Mozart sind in den letzten 250 Jahren in völlig konträren Bildvorstellungen erfasst worden. Vom dämonischen Mozart” der Romantik, dem „Götterliebling” des 19. Jahrhunderts bis zur Klassik-Popikone der 80er Jahre sind immer wieder andere Facetten der schwer greifbaren Persönlichkeit des Amadé in den Vordergrund gestellt worden. Diese Mozart-Bilder spiegelten aber, so Konrad, vor allem die Gedankenwelt der Zeiten, aus denen sie stammen.


Und sogar der Ministerpräsident betonte in seiner Rede wie sehr doch die Musik Mozarts die Emotion anspreche: „In der Musik Mozarts kommen menschliche Empfindungen wie Freude, Hoffnung und Liebe, aber ebenso Angst, Schmerz und Trauer ganz intensiv zum Ausdruck”, so Stoiber. „Durch diese Musik spüren wir, dass wir mehr sind als nur bestimmt und geleitet vom Intellekt und von rationaler Nüchternheit.”


Sogar der Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler ließ von ferne schön grüßen. Und heute Abend geht es gleich weiter mit einem offiziellen Auftaktkonzert in der Kongresshalle zum 55. Mozartjahr in der Stadt. Zum Geburtstag gibt's die erste Uraufführung im Programm des 55. Deutschen Mozartfestes. Die Komposition von Wolfgang Rihm, „Fremdes Licht”, die er im Auftrag der Stadt und der Deutschen Mozart-Gesellschaft zu diesem Anlass schrieb, wird vom Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter Leitung Peter Eötvös' zum ersten Mal aufgeführt. Rihm setzte zu Mozarts Geburtstag das Gedicht „Phantasie” von Clemens Brentano für Sopran, Violine, Klarinette und Orchester um. Er wählte damit die in Mozarts Schaffen maßgeblichen Instrumente und die Vokallage der Sängerinnen, die in der inneren Biographie prägende Spuren hinterließen.


Und danach geht's Schlag auf Schlag. Das ganze Jahr über will die Deutsche Mozartstadt mit Dutzenden Veranstaltungen dazu beitragen, dass Wolfgang Amadé auch wirklich einer der meist gefeierten Komponisten aller Zeiten bleibt! Zu den Höhepunkten zählen dabei ganz klar das „55. Deutsche Mozartfest” (12. bis 28 Mai) und natürlich der sechste Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart vom 17. bis 28 Mai. Außerdem darf man sich schon jetzt auf das „Plug in: amadeus” vom 16. bis 18. März 2006 freuen. Künstler und Ensembles aus Deutschland, Russland sowie der Schweiz wurden vom Kulturbüro beauftragt, sich auf ganz spezifische Weise mit dem Thema Mozart zu befassen und dadurch einen zeitgenössischen künstlerischen Standpunkt zur Musik und zur Person Mozart zu beziehen.


„Rock me Amadeus” - und Augsburg auch!