Albtraum Tschetschenien - Grauen ohne Ende - 05. November 2006

Gibt es ein Erwachen aus dem Alptraum Krieg? „Weiße Raben - Alptraum Tschetschenien”, der 2005 den 3sat-Dokumentarfilmpreis auf der Duisburger Filmwoche erhielt, erzählt von den Opfern auf beiden Seiten. Das erschütternde Filmdokument kann man heute um 21.15 Uhr auf 3sat sehen. Soviel zum Thema Putin, ein „lupenreiner Demokrat”!

Junge Soldaten sowie eine Krankenschwester, die sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet haben, kehren in ihre russische Heimat zurück - wo sie alle sich nicht mehr zurechtfinden. Seelen und Körper sind versehrt.


Seit über zehn Jahren herrscht Krieg in Tschetschenien. Ein schmutziger Krieg, an dem viele verdienen. Ein Krieg, von dem keiner gern spricht. Die politischen Machthaber sind froh, dass der Krieg zuletzt ein neues Etikett bekommen hat: Kampf gegen den Terrorismus. Das klingt gerecht und kommt international besser an. Petja und Kiril melden sich - gerade 18 Jahre alt - freiwillig zum Einsatz an der tschetschenischen Front. Krankenschwester Katja arbeitet in einem Lazarett im Kriegsgebiet. Keiner von ihnen kehrt so zurück, wie er ging. Kommt er zurück, ist er ein Fremder, ein weißer Rabe unter schwarzen. An Leib und Seele verkrüppelt, allein gelassen mit den Erfahrungen von Verstümmelung, Folter und Tod.


Filmszene - Weiße Raben


Über einen Zeitraum von drei Jahren beobachteten Johann Feindt und Tamara Trampe, wie die Heimgekehrten versuchen, sich in einer Gesellschaft wieder zurechtzufinden, die diesen Krieg verdrängt. Sie zeigen die Unfähigkeit eines Landes, seine Kinder wieder aufzunehmen und ihnen eine Chance zu geben, ins normale Leben zurückzufinden. Einzig im Komitee der Soldatenmütter Russlands finden sie und ihre Eltern Ansprechpartner und Gleichgesinnte.