Die Bauspar-Falle - 20. November 2006

Ulrich Neumann dokumentiert in „betrifft: Die Bauspar-Falle” in Form einer Schlüsselstory einen Immobilienskandal, der viele Menschen ins Unglück gestürzt hat und wirft zugleich ein Schlaglicht auf die teils fragwürdigen Methoden beim Verkauf von Immobilien an unbedarfte Bürger. „Die Bauspar-Falle” erster Teil läuft heute um 22.30 Uhr.

Hunderttausende von Kleinanlegern wurden in den 90ern überredet, Eigentumswohnungen zu erwerben. Den Kunden wurde von geschulten Vermittlern und Maklern vorgetragen, sie könnten damit zum einen Steuern sparen, gleichzeitig etwas für die Altersvorsorge tun und zum anderem finanziere sich der Erwerb der Wohnung ja wie von selbst - nämlich durch die Mieten. Über fünf Jahre lang hat ein Fernsehteam des SWR einen Fall mit mehreren tausend Anlegern intensiv beobachtet. Es handele sich dabei wohl um den größten und am besten dokumentierten Immobilienskandal in der bundesdeutschen Geschichte, so ein prominenter Rechtsanwalt.


Rund zehn Jahre nach dem Kauf einer Eigentumswohnung stehen viele dieser Kleinanleger vor dem finanziellen Ruin, einige von ihnen haben sogar Suizid verübt: Denn im Nachhinein hat sich rausgestellt, dass die einst „bankgeprüften” Eigentumswohnungen völlig überteuert verkauft wurden, dass viele dieser so genannten Schrottimmobilien kaum vermietbar sind und deshalb die Kreditbelastung für die „kleinen Leute” ins Unbezahlbare stieg. Die Situation der Käufer ist auch deshalb bislang hoffnungslos, weil sie fast alle Gerichtsprozesse verloren haben. Neue Recherchen erlauben jetzt die Frage, ob beim Verkauf und bei den späteren Prozessen zu Lasten der Käufer manipuliert wurde? Bleibt auch in Zukunft das Finanzinstitut mit seinen gut besetzten Rechtsabteilungen der Sieger?


„betrifft: Die Bauspar-Falle” Teil zwo läuft übrigens nächsten Montag zur selben Zeit. Nicht verpassen!